Anlage von Münzing Chemie
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HÖHER, SCHNELLER, WEITER

Dank Digitalisierung werden Mittelständler wie Münzing Chemie noch effizienter
veröffentlicht vor einem Jahr
Foto: Stefan Hohloch

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rfolgreiche Sportler sind vor allem deshalb erfolgreich, weil sie sich nie mit dem Erreichten zufriedengeben. Ähnlich ist es in vielen Fällen bei unseren Kunden. Münzing Chemie, ein Hersteller von Additiven, ist dafür ein gutes Beispiel. Gemeinsam mit Bilfinger hat das mittelständische Unternehmen im Jahr 2017 ein Pilotprojekt zur Digitalisierung an seinem Standort in Heilbronn gestartet. Klares Ziel: die Effektivität der Gesamtanlagen zu steigern.

 

Zunächst wurde für eine bestehende Pulveranlage ein sogenannter „Digitaler Zwilling“ erstellt. Dieses virtuelle Abbild fasst die relevanten technischen Daten und Informationen der Anlage zusammen und macht sie mit wenigen Klicks digital abrufbar. „Qualität und Aktualität der Daten werden damit deutlich gesteigert und die Komplexität der Anlagendokumentation signifikant verringert“, sagt Werksleiter Dr. Andreas Heidbreder. Zwei neue chemische Reaktoren wurden gleich von Beginn an digital geplant.

 

Parallel hat Bilfinger einen cloudbasierten Datenpool aufgesetzt. Dieser enthält neben technischen Anlagen- Details auch Daten aus dem laufenden Betrieb sowie der Instandhaltung. Zusätzlich wurde kabellose Sensorik installiert, um künftig eine kontinuierliche intelligente Überwachung des Zustands in Echtzeit zu ermöglichen. Andreas Heidbreder bestätigt: „Die Sensoren funktionieren nicht nur gut, sie sind auch einfach zu integrieren.“

VERBESSERTE ÜBERWACHUNG

Durch den Einsatz der neuen Technologien konnte die Zustandsüberwachung bereits deutlich verbessert und durch Analyse der gesammelten Daten klare Potenziale zur Effizienzsteigerung aufgezeigt werden. So wurde etwa herausgearbeitet, dass es bereits im Vorfeld eines Defekts eindeutige Indikatoren dafür gibt, dass es zu diesem bestimmten Vorfall kommen wird. Mit steigender Erfahrung werden solche Probleme immer besser vorhersehbar. Was Heidbreder die Arbeit erleichtert: „In Zeiten, in denen Firmen wie Münzing auf bestimmte Ersatzteile manchmal viele Wochen warten müssen, ist das Gold wert.“

Interview

Digitalisierung als Chance

Franz Braun ist seit März 2017 Chief Digital Officer von Bilfinger. Zuvor war er lange Jahre im Instandhaltungsgeschäft von Bilfinger tätig, zuletzt als Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Landesgesellschaft

Herr Braun, ist der Mittelstand schon digital?

Bei der Digitalisierung haben viele Mittelständler noch deutlich Luft nach oben. Ein entscheidender Faktor ist dabei oft, dass die Unternehmen die Erfolgschancen nicht einschätzen können. Diese Zurückhaltung kann fatale Folgen für die Unternehmen haben. Denn die Digitalisierung bietet Chancen zur Effizienzsteigerung in der Produktion und Instandhaltung. Diesen Wettbewerbsvorteil muss man sehen und ergreifen.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Bereits heute werden die Daten aus Engineering, Betrieb und Instandhaltung in verschiedenen Systemen erfasst. Führt man diese Daten in einer cloudbasierten Datenbank zusammen, können durch intelligente Analysen bisher versteckte Potenziale identifiziert werden. Denken Sie an die Vorhersehbarkeit von potenziellen Ausfällen in der Anlage. Diese neue digitale Intelligenz spart Zeit und Geld.

Was können Mittelständler tun?

Viele Mittelständler scheuen die Investitionen, die die Einführung neuer digitaler Technologien am Anfang mit sich bringt. Zudem fehlt ihnen die notwendige IT-Erfahrung. Der Mittelstand braucht einen starken Partner, der die speziellen Anforderungen der Prozessindustrie bestens kennt und die notwendigen digitalen Lösungen anbietet. Einen Partner, der zudem wirtschaftlich denkt und praxis- und ergebnisorientiert ausgerichtet ist. Denn auch für den Mittelstand gilt: Wer bei der Digitalisierung frühzeitig agiert, wird seine Wettbewerbsfähigkeit steigern. Mit Bilfinger geht das in nur sechs Monaten!

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